FAQs

FAQs zu wiederkehrenden Fragen aus der aktuellen Pastoralen Situation

FAQs (Frequently asked questiones) zu wiederkehrenden Fragen aus der aktuellen Pastoralen Situation. Wir wollen diese Liste im Rhythmus von zwei Wochen laufend erweitern.

 

Kann ein Gesamt-PGR ohne Ausschüsse
in den Gemeinden erfolgreich sein?

Ein Gesamt-PGR kann eine hervorragende Arbeit ohne Ausschüsse machen, aber er wird sie kaum umsetzen können. Wegen Überlastung geschlossen, wird man vermutlich prognostizieren. Nur wo es auch Menschen gibt, die Themen in die Hand nehmen und umsetzen können sich Planungen in konkrete Seelsorge verwandeln. Und dazu braucht man eben eine gewisse Anzahl an Kräften, die sich vor Ort einsetzen, Kontakt zu Menschen und Gruppen haben, die Situation vor Ort genau kennen etc.

Im großen Pastoralen Raum ist
alles zentralisiert. Stimmt das?

Das ist so unsinnig, wie es schon in den bestehenden Pastoralverbünden unsinnig ist. Wo es von Vorteil ist, Abläufe und Koordination an einem Ort zu haben soll man es tun. Aber wo es lokal gut funktionierende Strukturen gibt, ist es unsinnig, sie zu zerschlagen und sich dann an einer Zentrale so viel Arbeit anzuhäufen, dass die scheinbare Vereinfachung zu einer Anhäufung von Arbeit führt. Sinnvoll ist es eher, Aufgaben und Zuständigkeiten wirklich zu delegieren und Verantwortung abzugeben und durch ein vereinbartes System von Absprachen die Umsetzung nachzuhalten. An ein solches System müssen sich dann aber auch alle halten. Ebenso gilt es auch im Blick zu behalten, was die Verlagerung vom Rand zur Zentrale für die bedeutet, denen es genommen wird. Was vom Einen für Vereinfachung gehalten wird, bedeutet für den Anderen möglicherweise eine Schmähung oder Erniedrigung (“die schaffen das gar nicht”). Für die Wertschätzung aller Beteiligten ist eine Schwerpunktsetzung für jede Gemeinde eines Pastoralverbundes sinnvoller, als starke Zentralisierung. Das Bild dieses Neuen Pastoralen Raumes ist im Vegleich zu einer Gemeinde mit allen Gruppierungen und Einrichtungen eher das eines großen Netzes von vielen pastoralen Orten und Gelegenheiten, in dem den Einrichtungen mehr als bisher eine Bedeutung für das Weiterleben des Glaubens begemessen wird.

Konzeptentwicklung in den neuen großen Räumen.
Ist das sinnvoll?

Das ist genau so sinnvoll, wie in schon bestehenden Räumen. Darauf zu warten, bis der neue große Raum entsteht, ist kein Grund für eine abwartende Haltung. Für die bestehenden Pastoralverbünde bereits zu wissen, wo welche Schwerpunkte liegen, wo sich Gelegenheiten zur Zusammenarbeit zeigen und wo es sich lohnt, Mühen zu investieren, ist eine gute Grundlage, auf der der neue große Raum gut aufbauen kann. Für diesen Schritt ist dann schon ein gut Teil Arbeit getan. Der Pastoralverbund ist ja auch selbst Teil des Neuen Pastoralen Raumes und kann mit seinem Pastoralkonzept die Konzeptentwicklung des Neuen Raumes voranbringen.

Können Gemeinden Schwerpunkte im großen Pastoralen Raum übernehmen?
Wie geht das?

Es wird keine Gemeinde geben, die alles gleich gut kann. Wo die eine Gemeinde Stärken, Personal und Erfahrung in der Jugendpastoral hat wird es in einer anderen Gemeinde die Familienpastoral sein, die dort besonders ausgeprägt ist. Dabei wäre es denkbar, die Planungen und Überlegungen für Veranstaltungen an die anderen Gemeinden im PV weiterzugeben (also Know-how zu transferieren) oder die Menschen aus anderen Gemeinden einzuladen an den Veranstaltungen teilzunehmen. Und natürlich ist es ebenso möglich, Veranstaltungen reihum stattfinden zu lassen.

Was müssen wir tun, um die Menschen
bei uns besser zu verstehen?

Das spricht die Frage nach den Lebenswelten der Menschen heutzutage an. Die deutschen Bistümer ziehen für das Verständnis der lebensbereiche der Bevölkerung Milieustudien herangezogen. Ein Pastoralverbund/eine Gemeinde kann sich für pastorale Planungen eine Einführung in die Sinus-Milieustudien geben lassen, um die Lebenswelten des jeweiligen Seelsorgeraumes besser zu verstehen. Der erste Schritt dafür ist ein Kontakt zu den zuständigen Dekanatsreferent/innen für die Vermittlung eines Fachmannes/einer Fachfrau. Denn für die Arbeit mit dem Material und seinen Erkenntnissen braucht es Unterstützung und Beratung. Hat man sich einmal die zentralen und relevanten Lebensmilieus für Pastoralverbund/Gemeinde angeschaut kann es helfen, sich Vertreter dieser Milieus ganz konkret und leibhaftig vorzustellen: wo und wie leben diese Menschen, was sind ihre existentiellen Fragen und wo können sie diese stellen, und auch: wo werden sie beantwortet? Mit wem arbeiten wir dabei zusammen und was können wir leisten?

Die gemeinsame Berufung aller Getauften?
Wie geht das in der Gemeinde?

Berufen sein heißt von Gott durch die Taufe zu Gliedern seines Leibes, der Kirche, berufen zu sein. In jedem von uns lebt der Ruf Gottes sich zu beteiligen, den Glauben zu bekennen und am Heilsdient Christi für alle Menschen teilzunehmen (gemeinsames Priestertum aller Getauften). Darin sind sich alle gleich, egal ob Laien oder Priester, Ordensleute oder Hauptberufliche. Der persönliche Anruf Gottes ist auch eine Herausforderung an die persönlichen Fähigkeiten und Charismen jedes Einzelnen. Und die sind bekanntlich bei jedem anders. Sie zu entdecken und zum Wohle des Leibes Christi zu entfalten (also die Berufung “ans Laufen” zu bringen) ist Aufgabe aller Verantwortlichen in der Gemeinde. Darin spielt der Priester (sakramentales, dienendes Priestertum) eine besondere Rolle. Aber es bleibt die Aufgabe aller danach zu schauen wer wo wie wann welche Aufgabe für das Heil der Welt übernehmen kann. Denn die Menschen in der Kirche sind zur Heilung der Welt da und nicht allein, um den Gemeindebetrieb am Laufen zu halten.

“Wir müssen alles hier vor Ort haben, sonst geht unsere Gemeinde kaputt”. Ist der große Raum noch Gemeinde?

Das Verständnis von Gemeinde setzt nicht voraus, dass es ein Pfarrheim und einen Kirchenbau gibt. Die Gemeinschaft derer, die an Christus glauben und dies gemeinsam feiern und weitergeben ist nicht an bestimmte Rahmenbedingungen gebunden und nicht räumlich festgelegt. Insofern soll der neue Pastorale Raum den Blick weiten und dahin lenken, wo sich Menschen finden, die glauben und dies leben. Ob es in einer Pfarrei einen oder vier Gottesdienste gibt ist dafür unwichtig.

Wo finde ich zentrale Aussagen zur aktuellen
Entwicklung im Erzbistum Paderborn?

Am schnellsten finden Sie Informationen im Internet: zum Einen finden Sie auf den Seiten des Erzbistums unter diesem Link Schriften und Grundsatztexte zu den aktuellen Themen der Perspektive 2014, dem Schwerpunktthema Berufung und anderen Themen. Zudem stehen in den Pastoralen Informationen zahlreiche Beiträge mit Hintergrundinformationen und Hilfen zu den Themen aktueller Seelsorge. Auch die Seiten der Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde sind eine Fundgrube zu diesem Thema, das nicht nur für neue Pastorale Räume gilt.