Projektforen zur Perspektive

Wie Engagement aus Berufung gefördert werden kann

Dortmund / Paderborn, 25. Januar 2012. Zu einem diözesanweiten Ehrenamtsforum lud jetzt die Perspektivgruppe „Ehrenamt – Engagement aus Berufung“ in die Dortmunder Kommende ein. Über 50 Ehrenamtliche aus den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern im Erzbistum Paderborn folgten der Einladung. Die Perspektivgruppe hat den Auftrag, im Rahmen der „Perspektive 2014“ einen Ehrenamtsförderplan zu verfassen und stellte im Rahmen des Forums den aktuellen Stand vor. Der Plan umschreibt das Grundverständnis von Ehrenamt im Erzbistum Paderborn, die daraus resultierende Grundhaltung sowie Wege der Förderung ehrenamtlichen Engagements.

„Sie alle, die sich in den unterschiedlichsten Feldern ehrenamtlich engagieren, sind in erster Linie Mitarbeiter Gottes“ begrüßte Thomas Klöter aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gleichzeitig dankte er den Anwesenden für ihre Bereitschaft, als „Qualitätsmanager“ die Überlegungen des Erzbistums zur Förderung ehrenamtlichen Engagements in den Blick zu nehmen, zu bewerten und möglicherweise auch zu korrigieren.

Thomas Altemeier, Leiter der Perspektivgruppe „Ehrenamt“, führte in die Überlegungen des Förderplans ein. „Wir gehen davon aus, dass im Engagement eines Menschen seine persönliche Berufung zum Ausdruck kommt“, sagte er. „Daher nehmen wir auch jene Formen des Engagements in den Blick, die unabhängig von kirchlichen Organisationen und Strukturen sind.“ Engagement aus Berufung geschehe zum Beispiel auch dann, wenn man für seine Nachbarn da sei oder innerhalb der Familie Angehörige pflege. „In der Zuwendung zu den Menschen und der Welt erfüllt sich die Sendung der Kirche“, so Altemeier.

Der Ehrenamtsförderplan wolle sicherstellen, dass Menschen die Chance erhielten, ihrem Engagement und damit ihrer Berufung Ausdruck zu verleihen, fuhr er fort. Daher solle er die Verantwortlichen in den Pastoralverbünden und neuen pastoralen Räumen vor Ort dafür sensibilisieren, Berufungen wahrzunehmen und ein entsprechendes Engagement vor Ort zu ermöglichen. Damit dies gelingen könne, nenne der Förderplan vier unterschiedliche Förderfelder: Förderung durch Offenheit und Achtsamkeit, Förderung durch Spiritualität, Förderung durch Begleitung sowie Förderung durch Weiterbildung.

Ehrenamtliche durch Offenheit und Achtsamkeit zu fördern, bedeute die Anerkennung der Tatsache, dass sich die Berufung und Sendung des Einzelnen nicht nur an den bestehenden Aufgaben und Engagementfeldern der Kirche orientiere. Neue oder veränderte Engagementfelder dürften auch entstehen. Aufgabe der Verantwortlichen sei es, offen für dieses Neue zu sein und achtsam neue Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements wahrzunehmen.

Wo sich Menschen bewusst aus ihrer Berufung heraus engagierten, sei auch eine spirituelle Förderung von besonderer Bedeutung. Ehrenamtlichen müsste daher die Möglichkeit gegeben werde, eine solche Begleitung in Anspruch zu nehmen. Begleitung müsse es auch für die konkrete Tätigkeit des Ehrenamtlichen geben.

Schließlich bedeute die Förderung eines Engagements aus Berufung auch, Menschen zu befähigen, eine entsprechende Tätigkeit ausüben zu können oder die vorhandenen Fähigkeiten zu verbessern. Es gehöre zum Grundverständnis der Träger ehrenamtlichen Engagements, die Engagierten möglichst optimal auf ihre Aufgabe vorzubereiten und weiterzubilden.

In der anschließenden Diskussion machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ehrenamtsforums deutlich, wie wichtig ihnen insbesondere die spirituelle Förderung sei. „Es wäre schön“, so ein Teilnehmer, „wenn ich demnächst in unserem pastoralen Raum einen Ort kennen würde, wo ich bei Bedarf konkrete spirituelle Begleitung für mein Engagement erhalte.“ Einig waren sich alle Anwesenden, dass Förderung ehrenamtlichen Engagements nur gelingen könne, wenn alle Beteiligten im Sinne der gemeinsamen Berufung aller Christinnen und Christen unterwegs seien.