Neuigkeiten

Unser Nostra Aetate

Dieser Text ist während der Beschäftigung mit unseren verschiedenen Religionen und der Frage nach dem gemeinsamen Umgang miteinander entstanden:


Wir leben in einer Welt, in der Menschen sich auf dem Weg befinden. Sie erleben alle ihr Leben auf individuelle Art und Weise, stellen dabei aber ähnliche Fragen: Wer bin ich? Woher kommt alles? Was kann und soll ich tun? Was ist das Ziel? Erwartet mich etwas nach dem Tod? Diese Fragen fordern und überfordern viele Menschen.
Aus unserer Sicht sind Religionen Antwortversuche, die so facettenreich sind, wie Menschen unterschiedlich. Deswegen wünschen wir uns einen offenen, konstruktiven Austausch zur gegenseitigen Bereicherung.

Wir glauben an den gleichen Gott, aber wir glauben nicht gleich an Gott. Wir sind uns bewusst, dass es zwischen uns Unterschiede gibt, in Gottesbild, Offenbarungsverständnis und Glaubenspraxis und vielen anderen Fragen. Diese Fragen bilden wichtige Grundlagen unserer religiösen Identitäten und sind gleichzeitig gut und wichtig, um miteinander zu wachsen und voneinander zu lernen. Denn uns verbinden der Glaube an den einen Gott, den wir anbeten und den Menschen verkünden wollen und das Erbe Abrahams, der unser gemeinsamer Stammvater ist. Wir glauben, dass Gott sich allen Menschen zuwendet, auch wenn unsere verschiedenen Traditionen unterschiedlich von Ihm sprechen.

Die Einsicht, dass wir letztlich aus verschiedenen Blickwinkeln auf Gott schauen befähigt uns dazu, auch den Blickwinkel des anderen positiv wertzuschätzen. Daher wollen wir nicht an den Unterschieden auseinander gehen, sondern unser gemeinsames Anliegen als Fundament für ein konstruktives und ertragreiches Miteinander nutzen.

Auf dieser Basis wollen wir aber nicht stehen bleiben. Wir erkennen unsere gemeinsame Verantwortung für die Gesellschaft und wollen mithelfen, soziale Gefüge aufzubauen, die diesem Geist des Dialogs entsprechen. Wenn wir lernen, mit ehrlicher Neugier aufeinander zuzugehen und uns gegenseitig zuzuhören, können wir dazu beitragen, auch nach außen hin Vorurteile abzubauen. In jedem Menschen und in der ganzen Schöpfung steckt die Liebe Gottes, die es zu erkennen, respektieren und fördern gilt.

Im Sinne eines Dialogs wollen wir durch aufrichtigen Austausch ein Fundament schaffen, auf dem die zukünftigen Generationen wahres Menschsein erkennen und fördern und die menschlichen Bedürfnisse wieder in den Vordergrund stellen können. Wir wünschen uns eine Verwirklichung unserer gegenseitigen Verantwortung für den Frieden und wollen uns immer wieder gegenseitig dazu ermutigen und daran erinnern.

 

Hannah, Christina, Anna-Sophia, Ala und Jean