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Was sind Weggottesdienste?

Das Konzept der „Weggottesdienste“ wurde von Geistlichem Rat Theodor Kramer entwickelt, dem früheren Pfarrer in Balve-Garbeck. Ausgangspunkt war die Frage, wie Kommunionkinder an die Feier der Eucharistie herangeführt werden können, wenn viele von ihnen noch nie eine Heilige Messe erlebt haben. Seine Weggottesdienste wollen Kinder daher Schritt für Schritt in die Feier der Eucharistie einüben. „Durch Wiederholungen sollen ihnen die Worte und Gesten der Liturgie ‚in Fleisch und Blut übergehen’ und dabei ihr Herz erreichen“, so Monsignore Thomas Dornseifer, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste, im Vorwort der Arbeitshilfe.

Pfarrer Kramer gelang es, viele Gemeindereferentinnen und Priester von seiner Idee zu begeistern. So hielten die Weggottesdienste bereits Einzug in zahlreiche Gemeinden, bevor sich im Jahr 2002 eine Redaktionsgruppe bildete, die die Erfahrungen auswertete und in einer Arbeitshilfe bündelte. Neben Pfarrer Kramer arbeiteten in dieser Gruppe mit: Gemeindereferentin Elke Luig, Gemeindereferent Ludger Büngener, Pfarrer Peter Scheiwe sowie Stephan Winzek. Die Arbeitshilfe umfasst neben einer ausführlichen Darstellung des Konzepts 14 nicht-eucharistische Gottesdienste, durch die Kinder nach und nach in die Feier der Heiligen Messe eingeführt werden.

Woher kommt der Name “Weggottesdienste”?

Mit dem Bild des Weges soll ausgedrückt werden, wie sich diese Form der Erstkommunion-Vorbereitung versteht bzw. was sie ausmacht. Folgende Aspekte gehören dazu:

  • Wir sind mit den Kindern auf dem Weg zu Gott, unserem Vater, und zu seinem Sohn Jesus Christus: unser Lebens- und Glaubensweg.
  • Wir sind mit den Kindern auf dem Weg zur Erstkommunion.
  • Wir gehen in den Gottesdiensten einen Weg in die Hl. Messe hinein.
  • Wir gehen einen Weg durch die Kirche (den Kirchenraum).
  • Wir sind als Katechetinnen/Katecheten selber auf dem Weg: so ist auch das Konzept nicht fertig, sondern befindet sich in Be-weg-ung.

Diese Gottesdienste stellen selber einen Weg dar; es sind daher keine Gottesdienste zum Thema „Weg“.

Was macht "Weggottesdienste" aus?

Elemente der Weggottesdienste finden sich auch in anderen katechetischen Konzepten, Arbeits­hilfen und Büchern: eine Reihe von Anregungen findet sich ähnlich auch bei Hoffsümmer (z.B. in Willi Hoffsümmer, Die Messe erklärt, Freiburg 1999) oder bei den RPA-Modellen und -Handreichungen. Diese Konzepte beziehen sich jedoch vor allem auf gemeindekatechetische Gruppenarbeit. "Weggottesdienste" zeichnen sich dagegen durch ihren Gottesdienstcharakter aus. Ihr Ort ist der Kirchenraum.

Besonderheiten der "Weggottesdienste" sind also:

  • Erstkommunionvorbereitung in Form von Gottesdiensten, die jedoch nicht-eucharistisch sind. "Beten lernst du durch Beten. Gottesdienst feiern lernst du, indem du es tust."
  • Die Feier und damit das "Einüben" geschehen in Schritten, die aufeinander aufbauen. Elemente früherer Gottesdienste tauchen später immer wieder auf. Es entstehen "Rituale".
  • Alle Kinder erhalten eine kleine Aufgabe im Gottesdienst. Die Aufgaben wechseln.
  • Ort dieser Gottesdienste ist die Kirche, deren zentrale "Orte" erschlossen und vertraut gemacht werden.
  • An den Gottesdiensten nehmen nicht nur die Erstkommunion-Kinder teil, sondern auch sie begleitende Erwachsene (vor allem Eltern). Die Erwachsenen übernehmen keine Aufgaben, sondern dürfen "aktive Zuschauer" sein. Absicht ist, sie in die innere Haltung des Betens und Gottesdienstfeierns hineinzuziehen.
  • Die gemeinsame Feier von "Weggottesdiensten" innerhalb der Eucharistie- und Bußvorbereitung ersetzt nicht Religionsunterricht, Seelsorgestunde, sonntägliche Eucharistiefeier (Familiengottes­dienste), gemeindekatechetische Gruppenarbeit und familiäre Vorbereitung. Vielmehr ergänzt sie sie. "Weggottesdienste" zeichnen sich durch ihre "Kompatibilität" aus.
  • Für diejenigen, die inzwischen "Weggottesdienste" feiern, sind diese jedoch zu einem integralen und zentralen Bestandteil der Vorbereitung geworden.
  • Wenngleich die bisher entwickelten "Weggottesdienste" vor allem der Hinführung zur Erstkommu­nion dienen, ist ihre Feier in modifizierter Form auch mit Kindern anderen Alters möglich (ältere Kindergartenkinder, 1.+2. Schuljahr ...).

 Themen und Abfolge der Gottesdienste 

  1. Gott spricht in der Stille
    Kreuzzeichen und Einübung in die Stille
  2. Ich bin getauft
    Erinnerung am Taufbrunnen an die eigene
  3. Ich will ein Freund Jesu sein
    Das Kommunionversprechen
  4. Ich bringe meine “Scherben” zu Gott
    Bekenntnis der eigenen Schuld und Bitte um Vergebung
  5. Gott spricht durch die Heilige Schrift
    Die kostbare Bibel und der Evangelienzug
  6. Ich will auf Gott hören
    Die drei Kreuzzeichen vor dem Evangelium
  7. Heilige Orte
    Taufbrunnen - Beichtraum - Ambo - Altar
  8. Jesus bleibt bei seinen Freunden
    Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu
  9. Jesus stirbt – Jesus lebt
    Kreuzweg – Osterkerze – Altar
  10. Jesus bleibt bei uns
    Das Abendmahl damals und heute bei uns
  11. Was ich Gott schenken kann
    Hinführung zur Gabenbereitung
  12. Jesus schenkt Frieden und wir verzeihen einander
    Der Friedensgruß
  13. Jesus - ein "Schatz" in meiner Hand
    Die Kommunion
  14. Ich bleibe Jesu Freund
    Segen und Sendung