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Diözesane Eröffnung des Monats der Weltmission am 7. Oktober in Werl

Die diözesane Eröffnung des Sonntags der Weltmission findet jedes Jahr in einem anderen Dekanat statt, 2018 im Dekanat Hellweg. Der Eröffnungsgottesdienst mit Weihbischof Matthias König und Pfarrer Giday Alema findet am 07. Oktober 2018 um 18 Uhr in der Propsteikirche St. Walburga in Werl statt. Anschließend sind alle ganz herzlich in den angrenzenden Räumlichkeiten zum weltkirchlichen Fest eingeladen. Der missio-Gast aus Äthiopien, wird von seinem Leben und Glauben als Priester in der Flüchtlingshilfe berichten. Für Essen und Trinken ist gesorgt.

Pfr. Giday Alema ist vom 01.- 07. Oktober 2018 als Gast im Dekanat Hellweg unterwegs. Er steht für Vorträge, Diskussionen, Gottesdienste und ähnliches zur Verfügung und berichtet von seiner Arbeit in den Flüchtlingslagern an der Grenze zu Eritrea. Wenn Sie Interesse an einer Veranstaltung mit ihm haben, wenden Sie sich gerne an Christian Maier (Kontakt siehe letzte Seite).

Foto Alema © missio Aachen Seelsorge im Flüchtlingslager

„Jeden Tag kommen neue Flüchtlinge an, und die Zahlen steigen“, sagt Giday Alema. Seit fünf Jahren arbeitet der Priester in vier riesigen Flüchtlingslagern entlang der eritreischen Grenze im Norden Äthiopiens. Die Camps liegen rund 90 Kilometer von seiner Pfarrei Mariä Himmelfahrt in der Kleinstadt Shire entfernt. Die Fahrt durch das Simin-Gebirge dorthin dauert Stunden. Aber seit ihn der Bischof mit der Flüchtlingsseelsorge beauftragt hat, setzt sich der 55-Jährige häufig ans Steuer. Er weiß, was es heißt, wenn man alles verloren hat.

Als 1998 der Bruderkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea ausbrach, lag Alemas Pfarrei an der Front. Soldaten überfielen sie und plünderten, was sie tragen konnten. Mit seinen Pfarreimitgliedern versteckte sich der Pfarrer drei Jahre lang in den Bergen. „Wir hatten keinen Strom, kein Wasser, kein Haus. Wir haben gelebt wie die Tiere“, erinnert er sich.

So schrecklich diese Erfahrungen waren – heute helfen sie ihm bei der Arbeit. Alema kann nachfühlen, was Menschen auf der Flucht durchgemacht haben, er kennt ihre Ängste und ihre Verzweiflung. „Die Flüchtlinge haben keine Chance zu arbeiten oder zu lernen“, erklärt er. Viele warten jahrelang darauf, in den USA oder Europa Asyl zu bekommen.“

Den Menschen in den Camps zur Seite stehen: Alema nennt das seine „Mission“. Mit zwei anderen Priestern kümmert er sich um die kleine katholische Gemeinde dort und die vielen, die Hilfe brauchen. Alte, Kranke, Menschen mit Behinderungen und kinderreiche Familien versucht die Kirche, auch materiell zu unterstützen. Oft kann Alema nicht mehr verschenken als seine Zeit. „Jeden Tag werde ich gerufen, um zuzuhören“, sagt er, „von Flüchtlingen, die sich verlassen fühlen, weit weg von ihrer Heimat und ihren Familien“. Doch wenn er sich abends mit all den Fragen, auf die er keine Antwort weiß, vor das Kreuz stellt, spürt er, wie er selbst getragen ist und neue Kraft schöpfen kann. Und immer wieder gibt es diese Momente, in denen er selbst überrascht ist, dass er plötzlich eine Lösung, einen Weg, Hoffnung aufzeigen kann. Es sind Momente, in denen er fähig ist Dinge zu sagen, die er vorher nie für möglich gehalten hätte.


„Gott ist uns Zuflucht und Stärke“ - Sonntag der Weltmission am 28. Oktober 2018

Das katholische Hilfswerk missio ruft gemeinsam mit dem Erzbistum Paderborn in den Gottesdiensten am Sonntag, 28. Oktober, zur Teilnahme an der weltweit größten katholischen Solidaritätsaktion auf. Dann wird in über 100 Ländern die Kollekte zum Sonntag der Weltmission gehalten, die für die Arbeit der 1.100 ärmsten Diözesen in Afrika, Asien und Ozeanien bestimmt ist. 2017 sammelte das Erzbistum Paderborn 291.314 Euro für diese Kollekte, die deutschlandweit circa 3,89 Millionen Euro und weltweit rund 82,7 Millionen Euro erbrachte.

„Ich freue mich sehr, wie großzügig unsere Diözese mit diesem Beitrag zum Sonntag der Weltmission weltkirchliche Solidarität lebt. Diese Verbundenheit im Gebet und in der finanziellen Unterstützung hilft der Ortskirche in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten, Asien und Ozeanien ungemein dabei, in ihren oft von Gewalt, sozialer Ungleichheit und Armut geprägten Gesellschaften ein Zeichen der Hoffnung zu sein“, sagte der Paderborner Weihbischof Matthias König. „Ich bitte die Gläubigen, auch in diesem Jahr für die Kirche in Äthiopien ein Zeichen dieser Hoffnung zu setzen.“

Äthiopien: Den Menschen Heimat geben

Die Wiege der Menschheit, Ursprungsland des Kaffees und die Heimat der Königin von Saba. Äthiopien, das Beispielland des Weltmissionssonntags am 28. Oktober 2018, ist eine alte Kulturnation und bekannt für sein urchristliches Erbe.

Gleichzeitig steht das Land vor vielen Herausforderungen. Trotz Modernisierung und stark wachsender Wirtschaft gehört Äthiopien immer noch zu einem der ärmsten Länder der Welt. Ethnische Konflikte und religiöse Umbrüche führen in dem autoritär geführten Land zu wachsenden Spannungen. Dennoch bietet Äthiopien vielen Tausend Flüchtlingen Zuflucht.

Kampf gegen Elend und Ausgrenzung

„Gott ist uns Zuflucht und Stärke” (Ps 46) lautet das Bibelzitat zum Weltmissionssonntag 2018, unter dem missio die Arbeit der katholischen Kirche in Äthiopien vorstellt. Nur 0,7 Prozent der Äthiopier sind Katholikinnen und Katholiken. Dennoch entfalten sie große Wirkung. Die Kirche engagiert sich für entwurzelte Menschen und schenkt ihnen neue Lebensperspektiven. Sie gibt den Menschen Heimat.

Das Plakatmotiv zum Weltmissionssonntag 2018 zeigt junge Katholikinnen im Bergdorf Agaro-Bush in der Region Kaffa am „Fest Gottes des Vaters“, das katholische und orthodoxe Christen in Äthiopien am 7. April feiern. Nach dem Festgottesdienst umrunden die Gläubigen in einer Prozession dreimal die Kirche und führen dabei eine Darstellung der Bundeslade mit sich.

Frauengebetskette „erleuchte und bewege uns“

Die Frauengebetskette ist eine Wort-Gottes-Feier, die uns im Oktober zum weltkirchlich-solidarischen Gebet einlädt. 2018 ist die kleine äthiopisch-katholische Kirche die Partnerkirche der katholischen Kirche in Deutschland. In dem vorliegenden Gottesdienst begegnen wir den Lebenssituationen und Glaubenszeugnissen der äthiopischen Christinnen. Wir begegnen ihrer Freude und Hoffnung, ihrer Stärke und Schönheit, Trauer und Angst, ihrer Lebenskraft und Spiritualität, ihrer Suche nach Frieden und Heimat. Die Frauengebetskette entsteht durch unsere Verbundenheit im Gebet und dadurch, dass wir im Oktober als Frauen an vielen Orten und in unterschiedlichen Gruppen zu Gott rufen: „erleuchte und bewege uns“. Eine liturgische Handreichung wurde dazu in Kooperation von missio und den Frauenverbänden KDFB und kfd erarbeitet.

Aktionsvorschlag: Coffee to Stay

Die Kaffeezeremonie gehört zu Äthiopien wie ein köstlicher Duft zu frisch geröstetem Kaffee. Eine Einladung zur Kaffeezeremonie ist ein Zeichen der Anerkennung und der Freundschaft. In der Zeremonie findet die traditionelle Gastfreundschaft ihren vollkommenen Ausdruck. Während einer äthiopischen Kaffeezeremonie verbringen die Gäste viel Zeit miteinander. So entsteht ein Raum, in dem die Menschen Freude und Leid teilen können. Ein „Coffee to go“ wäre in Äthiopien undenkbar. Die äthiopische Kaffeezeremonie lädt zu einem „Coffee to stay“ ein: in Ruhe gemeinsam einen Kaffee trinken und miteinander reden.

Wir laden Sie ein, die Kaffeezeremonie in vereinfachter Form selbst auszuprobieren. Vielleicht kennen Sie eine äthiopische oder eritreische Familie in Ihrer Gemeinde, die Sie bitten können, Sie in diesen formvollendeten Genuss des Kaffees einzuführen.

Begegnung mit Äthiopien – spirituelle Impulse

Die mehrheitlich orthodoxen Christen in dem Land am Horn von Afrika sind stolz auf ihr urchristliches Erbe. Das Bild des Westens von Äthiopien ist hingegen bestimmt von verheerenden Hungersnöten. Es hat sich zwar schon viel getan, doch trotz des rasanten Wirtschaftswachstums gehört das ostafrikanische Land noch immer zu den ärmsten Staaten der Welt. Der Kampf gegen Leid und Elend ist eine Herausforderung – auch für die katholische Kirche. Die spirituellen Impulse „Begegnung mit Äthiopien“ greifen diese ambivalenten Seiten Äthiopiens auf. Die Texte und Gebete von Michael Becker entstanden nach einer Lern- und Begegnungsreise während des Ausnahmezustands in Äthiopien im März 2018. Sie bieten nicht nur Anregungen für Ihre persönliche Spiritualität, sondern können auch in Gruppen und Gebetskreisen genutzt werden.

Rückfragen und Informationen:

Christian Maier
missio Diözesanreferent
Referat WeltMission-Entwicklung-Frieden
Domplatz 3, 33098 Paderborn
Tel:.: +49 5251/1251536, mobil: +49 171/3315144
mailto:christian.maier@erzbistum-paderborn.de
http://www.erzbistum-paderborn.de