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Misereor Fastenaktion 2019

Misereor Fastenaktion 2019 Junge Menschen in El Salvador stehen mit ihren Ideen, Hoffnungen und Plänen für die Zukunft im Mittelpunkt der Fastenaktion. Ausgehend von ihren eigenen Stärken und Fähigkeiten gestalten sie ihr Leben und ihr soziales Umfeld so, dass sich ihre Lebenssituation verbessert.

Beispielland ist El Salvador

Und dies in einem Land, von dem die Nachrichten ein erschreckendes Bild zeichnen: Armut, Gewalt und Kriminalität schränken das öffentliche Leben stark ein. Jugendbanden erpressen Schutzgeld, rauben und morden. Der Staat reagiert oft mit Repression und Gegengewalt. Ein Teufelskreis, weil viele Jugendliche keine Ausbildung, keine Arbeit und keine Perspektive haben. Jugend wird mit Gewalt gleichgesetzt. Gewalt ist im Alltag zur Normalität geworden. Angst und Unsicherheit sind ständige Begleiter. Misstrauen zerstört die soziale und gesellschaftliche Brücke zwischen den Generationen. Die jungen Menschen fühlen sich stigmatisiert, vertrieben und entwurzelt. Viele verlassen das Land auf der Suche nach einer besseren Zukunft in Richtung USA.

Hoffnung, Träume und Leben - wie ist das in einem solchen Kontext möglich? Wie Perspektiven für sein Leben sehen und schaffen? Und mehr noch: Wie können eine menschlichere Gesellschaft und Frieden gelingen?

„Mach was draus: Sei Zukunft!“

Es ist Aufforderung und Zuspruch zugleich. Zuspruch für mehr Hoffnung als Resignation, mehr Zuneigung als Kälte, mehr Zuversicht als Angst. Aufforderung, etwas zu riskieren und für seine Überzeugungen und Träume einzustehen. Mutig aufzustehen für eine friedlichere und menschlichere Welt.

Die Jugendlichen in El Salvador zeigen uns, dass Leben möglich ist. Sie sprechen von ihren Träumen und setzen sich mit ihren Ideen für eine friedlichere Gesellschaft ein. Sie sind Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft in Würde und Sicherheit. Mit der prophetischen Botschaft der Jugendlichen lädt die Fastenaktion dazu ein, Zukunft zu gestalten und Zeichen von Veränderung zu setzen – hier bei uns, in El Salvador und weltweit. Zukunft beginnt im Jetzt und Hier. Wir alle sind gefragt.

MISEREOR-Partner FUNDASAL: Gemeinsam bauen verbindet

Für junge Menschen ist der Ansatz des MISEREOR-Partners FUNDASAL ein Katalysator: gemeinsames Bauen für gemeinschaftliches Leben. Dadurch erfahren sie Zusammenhalt und Solidarität. Es ist ein langer Prozess. Gruppen von jungen Menschen und Familien bauen ihr eigenes Zuhause. Jeder kann seine Bedürfnisse einbringen, jeder packt beim Bau mit an. FUNDASAL steht mit seinen Experten beratend zur Seite. So entsteht würdiger Wohnraum und etwas, das über das Projekt hinaus anhält: Gemeinschaft und eine funktionierende, organisierte Nachbarschaft. Für die Jugendlichen ergeben sich Perspektiven: Sie können ihr Wissen im Lehmziegelbau weiter nutzen und eine Erwerbstätigkeit finden.

Der 19-jährige Jaime Diaz aus dem Dorf El Tránsito nutzt seine neu erworbenen Maurer-Kenntnisse, um ab und zu bei Bauarbeiten auszuhelfen. Außerdem engagiert er sich mit anderen jungen Menschen in der Jugendgruppe des Dorfes. Gemeinsam haben sie Klassenräume und den Vorplatz der Schule repariert. Außerdem fordern die Jugendlichen in einer Petition ans Bildungsministerium, dass ein aufgegebenes Schulgebäude zur weiterführenden Oberstufe ausgebaut wird. Denn nur sehr wenige können sich den Bus zur weiterführenden Schule leisten.

Die jungen Menschen profitieren von der verbesserten Wohnsituation und stärken auch die Gemeinschaft. So wie die Jugendgruppe in El Sauce, einem Stadtteil von Sonsonate im Westen El Salvadors. Seit 1999 entstanden hier mithilfe von FUNDASAL 1.700 Wohnungen für Familien. Die Jugendlichen trafen sich, um Pläne zu schmieden und auf die Kinder in der Nachbarschaft aufzupassen. Unter ihnen wuchs der Wunsch, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen und „Akteure des Wandels“ zu werden, wie die 18-jährige Hassell Pinto sagt. Heute gibt es ein Jugendzentrum, in dem sich Kinder und Jugendliche treffen. Es gibt Theateraufführungen, Kunstprojekte und Straßenfeste. „Wir haben dieses Jugendzentrum mit unseren Tränen und unserem Schweiß gebaut. Es war viel wichtiger, etwas zusammen zu machen, in geteilter Arbeit, Schulter an Schulter, anstatt dass ein Unternehmen die Arbeit bequem für uns erledigt hätte“, sagt Fernando Renderos.

Im ganzen Land sind seit der Gründung von FUNDASAL rund 51.000 neue Häuer entstanden und 273.000 Menschen haben von den Aktivitäten des Projektpartners profitiert.

Misereor Gast 2019 Misereor Misereor Gast 2019 im Erzbistum Paderborn

In diesem Jahr wird Herr Fernando Manuel Renderos Arrué aus El Salvador im Erzbistum Paderborn zu Gast sein. An folgenden Tagen können Sie den Misereor Gast jeweils nachmittags oder abends in Ihre Gemeinde, Gruppe oder Einrichtung zur Begegnung mit Vortrag und Austausch einladen: Donnerstag, den 14.03.19, Freitag, den 15.03.19 und Samstag, den 16.03.19. Wenn Sie Interesse an einer Begegnung haben, melden Sie sich bitte direkt bei:
Ulrich Klauke, Leiter des Referates Weltmission, Entwicklung und Frieden
Erzbischöfliches Generalvikariat, Domplatz 15, 33098 Paderborn
Tel.: 05251/1251230
E-Mail:

Portrait: Fernando Manuel Renderos Arrué

Herr Fernando Renderos ist seit acht Jahren freiwilliger Mitarbeiter in der Jugendgruppe El Sauce. Die Gruppe bietet täglich Workshops für Kinder und Jugendliche sowie kulturelle und sportliche Aktivitäten an. Sie wird von FUNDASAL begleitet und hat an einem Wettbewerb teilgenommen, über den ein neues Gebäude für die Workshops finanziert wurde. Dieses wurde, wie immer bei FUNDASAL, hauptsächlich von der Gruppe gebaut. Für ihn ist die Tatsache, dass für die verletzlichsten Kinder und Jugendlichen kein würdiges Leben möglich scheint, „ein Missstand, der zum Himmel schreit.“ Er findet  seine freiwillige Arbeit in der Gruppe sehr erfreulich: „Hier merken wir, dass wir sozialen Wandel schaffen.“ Er sagt: „Unser Engagement geht gegen die immer mehr verbreitete neoliberale Haltung, nur für sich selber zu sorgen. Stattdessen übernehmen wir hier Verantwortung für andere.“