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Gemeinsames Jahresthema 2020: Frieden leben.

Jahresthema 2020: Frieden leben.

„Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ – dieser Satz aus der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums ist so bekannt, dass er fast schon als Kulturgut bezeichnet werden kann. Der Lobgesang der Engel auf den Feldern von Betlehem spricht eine unstillbare Sehnsucht der Menschen an: Es soll Friede sein. Auf der ganzen Erde. Für alle.

Frieden im biblischen Sinn steht als ganzheitliches Konzept für Sicherheit, Gerechtigkeit, das Wohlergehen aller und das Leben in heilen Beziehungen. Dieser Friede, den die Engel hier aussprechen, ist eine Verheißung Gottes, die Hoffnung gibt und zugleich zum Handeln auffordert.

Frieden als Auftrag der katholischen Kirche

Vor etwa 50 Jahren veröffentlichte Papst Johannes XXIII. das Rundschreiben „Pacem in terris“, dessen lateinische Überschrift den Gesang der Engel in Bethlehem zitiert. „Frieden auf Erden“ zu ermöglichen ist seitdem aus den Aufgaben der Kirche nicht mehr wegzudenken. Das Zweite Vatikanische Konzil hat dabei wieder in Erinnerung gerufen, was Christinnen und Christen von Anfang an ins Stammbuch geschrieben war: Es geht um Frieden für und mit allen Menschen guten Willens – jenseits aller Grenzen von Herkunft, Kultur oder Religion. Papst Franziskus schließlich unterstreicht die Aufgabe der Kirche, in einer „zerbröckelten Welt“ jeden Versuch zu begleiten, den Frieden durch aktive und kreative Gewaltfreiheit aufzubauen.

Prävention, Versöhnungsarbeit und interreligiöser Dialog

In vielen Regionen der Welt setzt sich die katholische Kirche für einen nachhaltigen und gerechten Frieden ein. Dazu gehört die gezielte Präventionsarbeit ebenso wie die Präsenz in Konfliktsituationen selbst, und – nach dem Ende von gewaltsamen Konflikten die Versöhnungsarbeit mit Angeboten der Traumabewältigung. So übernahmen kirchliche Gruppen beispielsweise eine wichtige Vermittlerrolle bei der Beendigung des Bürgerkrieges in Mosambik oder bei den Friedensverhandlungen in Kolumbien. Interreligiöse Dialoginitiativen stellen eine wichtige Ressource für die Friedenssicherung dar, wo, wie beispielweise in Bosnien oder in der Zentralafrikanischen Republik, Glaube und Religion zu politischen Zwecken missbraucht und manipuliert wurden oder werden. Kirchliche Institutionen bieten vielerorts neutrale Räume, in denen Konfliktpartner einander begegnen können.

Die katholischen Hilfswerke im Netzwerk des Friedens

Im Kirchenjahr 2020, das mit dem Advent 2019 beginnt, machen Adveniat, das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Misereor, Renovabis und Missio Frieden zum Thema ihrer jeweiligen Kampagnen. Sie wollen dadurch das weltweite Friedensnetz, zu dem auch sie gehören, sichtbar machen und stärken. Internationale Gäste der verschiedenen Hilfswerke werden im Laufe des Jahres in allen Diözesen Deutschlands unterwegs sein und ihre Friedens- und Versöhnungsarbeit vorstellen. Sie freuen sich auf Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner aus Kirche und Politik und auf Begegnungen mit Gruppen, die sich in der Zivilgesellschaft auf unterschiedliche Weise für Frieden einsetzen.

Der Leporello „Frieden leben. Sechs Werke für die Eine Welt.“ kann im Referat Weltmission-Entwicklung-Frieden bestellt werden.